Widerrufsrecht

Porträt von DI (FH) Shahab Daban, MScVon DI (FH) Shahab Daban, MScRedaktionell geprüft von CheckVertrag Redaktion

Kurz erklärt

Das Widerrufsrecht erlaubt Verbrauchern, einen Fernabsatz- oder Haustürvertrag binnen 14 Tagen ohne Begründung zu widerrufen (§§ 355 ff. BGB). Die Frist beginnt erst mit ordnungsgemäßer Belehrung; fehlt sie, verlängert sie sich auf zwölf Monate und 14 Tage. Ausgenommen sind unter anderem individuell angefertigte Waren und entsiegelte Hygieneartikel.

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Widerrufsrecht: Bedeutung im Detail

Das Widerrufsrecht schützt Verbraucher bei Verträgen, die außerhalb von Geschäftsräumen oder im Fernabsatz geschlossen wurden. Also bei Online-Bestellungen, Telefonverkäufen und Haustürgeschäften. Die Frist beträgt 14 Tage und beginnt bei Warenlieferungen erst mit Erhalt der Ware, bei Dienstleistungen mit Vertragsschluss. Zentral ist die Belehrung: Fehlt sie oder ist sie fehlerhaft, verlängert sich die Frist auf zwölf Monate und 14 Tage. Ein Widerruf muss nicht begründet werden, erfordert aber eine eindeutige Erklärung. Kommentarloses Zurücksenden genügt formal nicht.

Rechtslage in Deutschland und Österreich

Deutschland
§§ 355 ff. BGB, Belehrungspflicht nach Art. 246a EGBGB. Ausnahmen für individuell angefertigte Waren, versiegelte Hygieneartikel und schnell verderbliche Ware (§ 312g Abs. 2 BGB).
Österreich
§ 11 FAGG, ebenfalls 14 Tage, mit Verlängerung auf zwölf Monate bei fehlender Belehrung. Ausnahmekatalog in § 18 FAGG.

Beispielformulierung aus der Praxis

Ein Widerruf ist ausgeschlossen, sobald die Ware das Lager verlassen hat. Rücksendekosten und eine Bearbeitungspauschale von 15 € trägt der Kunde.

Doppelt unwirksam: Das gesetzliche Widerrufsrecht lässt sich nicht durch AGB abbedingen, und eine Bearbeitungspauschale für den Widerruf ist unzulässig. Nur die reinen Rücksendekosten darf der Händler bei korrekter Belehrung überwälzen.

Häufige Fragen

Gilt das Widerrufsrecht auch im Ladengeschäft?

Nein. Im stationären Handel gibt es kein gesetzliches Widerrufsrecht. Umtausch ist dort reine Kulanz.

Wann verlängert sich die Frist?

Bei fehlender oder fehlerhafter Widerrufsbelehrung auf zwölf Monate und 14 Tage ab dem regulären Fristbeginn.

Muss der Händler die Hinsendekosten erstatten?

Ja, die Kosten der Standardlieferung zum Kunden. Ein vom Kunden gewählter teurerer Versand muss nur bis zur Höhe der Standardvariante erstattet werden.

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Verwandte Begriffe

Gesetzesgrundlagen zu diesem Begriff

Quellen & Rechtsgrundlagen

  • DE§ 312g BGB – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
  • DE§ 355 BGB – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)

Stand der zitierten Fassungen: jeweils aktuelle konsolidierte Version der amtlichen Fundstelle. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

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