§ 438 BGB: Verjährung der Mängelansprüche beim Kauf

Gesetzeswortlaut
„Absatz 1: Die Ansprüche wegen eines Mangels verjähren in 30 Jahren, wenn der Mangel in einem dinglichen Recht eines Dritten besteht, aufgrund dessen Herausgabe der Sache verlangt werden kann; in fünf Jahren bei einem Bauwerk und bei einer Sache, die entsprechend ihrer üblichen Verwendungsweise für ein Bauwerk verwendet worden ist und dessen Mangelhaftigkeit verursacht hat; im Übrigen in zwei Jahren. Absatz 2: Die Verjährung beginnt bei Grundstücken mit der Übergabe, im Übrigen mit der Ablieferung der Sache. Absatz 3: Bei arglistigem Verschweigen gilt die regelmäßige Verjährungsfrist.“
Porträt von DI (FH) Shahab Daban, MScVon DI (FH) Shahab Daban, MScRedaktionell geprüft von CheckVertrag Redaktion

Kurz erklärt

Mängelansprüche beim Kauf verjähren regelmäßig in zwei Jahren ab Ablieferung der Sache. Bei Bauwerken und bei Sachen, die entsprechend ihrer üblichen Verwendungsweise für ein Bauwerk verwendet wurden, beträgt die Frist fünf Jahre. Bei arglistigem Verschweigen gilt die Regelverjährung von drei Jahren ab Kenntnis.

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Verjährungsfristen nach § 438 BGB
FallFrist
Bewegliche Sachen2 Jahre ab Ablieferung
Bauwerke5 Jahre ab Ablieferung
Baustoffe, die Mangel des Bauwerks verursacht haben5 Jahre
Dingliche Rechte Dritter (Herausgabeanspruch)30 Jahre
Arglist3 Jahre ab Kenntnis, § 195, § 199 BGB
Verkürzung im Verbrauchsgüterkauf (neue Ware)unzulässig unter 2 Jahre
Verkürzung bei Gebrauchtware (B2C)auf 1 Jahr, nur mit ausdrücklicher Vereinbarung

Was § 438 BGB bedeutet

Die Frist läuft ab Ablieferung, nicht ab Entdeckung des Mangels – das ist der wichtigste Unterschied zur Regelverjährung des § 195 BGB. Wer einen versteckten Mangel erst nach zweieinhalb Jahren entdeckt, steht mit leeren Händen da, es sei denn, der Verkäufer hat arglistig gehandelt. Dann greift Absatz 3 mit der Regelverjährung von drei Jahren ab dem Ende des Jahres, in dem der Käufer den Mangel und die Person des Schuldners kannte oder kennen musste. Bei der Fünfjahresfrist für Bauwerke kommt es auf die Verwendung an: Ein Fenster, das in ein Gebäude eingebaut wird und dessen Mangelhaftigkeit verursacht, unterliegt der Fünfjahresfrist, dasselbe Fenster im Lager des Baumarkts nicht. Im Verbrauchsgüterkauf ist eine Verkürzung unter zwei Jahre bei neuer Ware unzulässig; bei gebrauchter Ware darf sie auf ein Jahr verkürzt werden, dafür ist seit 2022 eine ausdrückliche und gesonderte Vereinbarung nötig, ein Satz in den AGB genügt nicht. Zwischen Unternehmen sind Verkürzungen in AGB grundsätzlich möglich, aber nach § 307 BGB nicht beliebig; eine Verkürzung unter ein Jahr wird regelmäßig als unangemessen angesehen.

Was das für deinen Vertrag bedeutet

  • Die Frist läuft ab Ablieferung, nicht ab Entdeckung. Bei Verdacht auf einen Mangel früh untersuchen lassen.
  • Arglistiges Verschweigen verlängert die Frist erheblich – sie beginnt dann erst mit der Kenntnis.
  • Verhandlungen über den Mangel hemmen die Verjährung nach § 203 BGB. Halte den Beginn schriftlich fest.

Und in Österreich?

In Österreich beträgt die Gewährleistungsfrist nach § 933 ABGB zwei Jahre bei beweglichen und drei Jahre bei unbeweglichen Sachen, gerechnet ab Übergabe; das VGG sieht für Verbrauchergeschäfte zusätzlich eine einjährige Verjährungsverlängerung vor.

Häufige Fragen

Wie lange habe ich Gewährleistung?

In der Regel zwei Jahre ab Ablieferung, bei Bauwerken fünf Jahre. Die Frist läuft unabhängig davon, wann du den Mangel entdeckst.

Darf ein Händler die Gewährleistung auf ein Jahr verkürzen?

Bei neuer Ware im Verbrauchsgüterkauf nicht. Bei gebrauchter Ware auf ein Jahr, aber nur mit ausdrücklicher, gesonderter Vereinbarung – nicht in den AGB versteckt.

Was ist der Unterschied zur Garantie?

Die Gewährleistung ist gesetzlich und richtet sich gegen den Verkäufer. Eine Garantie ist freiwillig, kommt oft vom Hersteller und tritt neben die Gewährleistung, ersetzt sie aber nicht.

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Weitere Paragrafen

Quellen & Rechtsgrundlagen

  • AT§ 933 ABGB – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Österreich
  • DE§ 195 BGB – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
  • DE§ 203 BGB – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
  • DE§ 307 BGB – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)

Stand der zitierten Fassungen: jeweils aktuelle konsolidierte Version der amtlichen Fundstelle. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

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