Pflichtteil

Porträt von DI (FH) Shahab Daban, MScVon DI (FH) Shahab Daban, MScRedaktionell geprüft von CheckVertrag Redaktion

Kurz erklärt

Der Pflichtteil sichert nahen Angehörigen einen Mindestwert am Nachlass, auch wenn sie im Testament übergangen wurden. Er beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils (§ 2303 BGB) und ist ein reiner Geldanspruch – kein Anteil an einzelnen Gegenständen. Er verjährt in drei Jahren ab Kenntnis von Erbfall und Enterbung.

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Pflichtteil: Bedeutung im Detail

Der Pflichtteil sichert nahen Angehörigen einen Mindestwert am Nachlass, selbst wenn sie im Testament oder Erbvertrag übergangen wurden. Es handelt sich nicht um eine Beteiligung an den Nachlassgegenständen, sondern um einen reinen Geldanspruch gegen die Erben. Pflichtteilsberechtigt sind Abkömmlinge, der Ehegatte und. Falls keine Kinder vorhanden sind, die Eltern des Erblassers. Der Anspruch verjährt in Deutschland in drei Jahren ab Kenntnis von Erbfall und Enterbung.

Rechtslage in Deutschland und Österreich

Deutschland
Hälfte des gesetzlichen Erbteils (§ 2303 BGB). Die Pflichtteilsergänzung berücksichtigt Schenkungen der letzten zehn Jahre mit jährlich abschmelzendem Wert.
Österreich
Ebenfalls die Hälfte des gesetzlichen Erbteils (§ 759 ABGB). Seit dem ErbRÄG 2015 sind die Eltern nicht mehr pflichtteilsberechtigt; eine Stundung über bis zu fünf Jahre ist möglich.

Beispielformulierung aus der Praxis

Der Erschienene zu 2. verzichtet hiermit auf sein gesetzliches Erb- und Pflichtteilsrecht nach dem Erschienenen zu 1. gegen Zahlung einer Abfindung von 50.000 €.

Ein Pflichtteilsverzicht ist nur notariell beurkundet wirksam. Prüfe, ob die Abfindung im Verhältnis zum absehbaren Nachlasswert steht. Ohne Gegenleistung ist der Verzicht angreifbar.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Pflichtteil konkret?

Immer die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Beispiel: Ein Kind neben dem überlebenden Ehegatten erbt gesetzlich die Hälfte, der Pflichtteil beträgt also ein Viertel des Nachlasswerts.

Kann man den Pflichtteil komplett ausschließen?

Nur in engen Ausnahmefällen (Pflichtteilsentziehung, § 2333 BGB) oder durch einen notariellen Pflichtteilsverzichtsvertrag mit dem Berechtigten. Eine einseitige Anordnung im Testament genügt nicht.

Zählen Schenkungen zu Lebzeiten mit?

Ja, über die Pflichtteilsergänzung. In Deutschland werden Schenkungen der letzten zehn Jahre mit jährlich 10 % abschmelzend angerechnet; in Österreich sind Schenkungen an Pflichtteilsberechtigte grundsätzlich unbefristet anrechenbar.

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Verwandte Begriffe

Quellen & Rechtsgrundlagen

  • AT§ 759 ABGB – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Österreich
  • DE§ 2303 BGB – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
  • DE§ 2333 BGB – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)

Stand der zitierten Fassungen: jeweils aktuelle konsolidierte Version der amtlichen Fundstelle. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

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