Treuhand
Kurz erklärt
Bei einer Treuhandabwicklung verwaltet ein neutraler Dritter – meist der Notar – Geld und Dokumente, bis beide Seiten ihre Bedingungen erfüllt haben. Ein Notaranderkonto ist dafür nach § 57 BeurkG aber nur bei berechtigtem Sicherungsinteresse zulässig; der Regelfall beim Immobilienkauf ist die Direktzahlung nach Fälligkeitsmitteilung.
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Treuhand: Bedeutung im Detail
Bei einer Treuhandabwicklung übernimmt ein neutraler Dritter. In Österreich zwingend ein Notar oder Rechtsanwalt. Die Verwahrung des Kaufpreises und aller Urkunden. Er zahlt erst aus, wenn sämtliche im Treuhandauftrag definierten Bedingungen erfüllt sind: Rangordnung gesichert, Lastenfreiheit hergestellt, Genehmigungen erteilt. Das schützt beide Seiten gleichzeitig. Der Käufer zahlt nicht ohne Sicherung, der Verkäufer übergibt nicht ohne gesichertes Geld. In Österreich sind Treuhandschaften über das Treuhandbuch der Notariats- bzw. Rechtsanwaltskammer registriert und versichert.
Rechtslage in Deutschland und Österreich
- Deutschland
- Das Notaranderkonto ist möglich, aber nach § 57 BeurkG nur bei berechtigtem Sicherungsinteresse zulässig. Der Regelfall ist die Direktzahlung nach Fälligkeitsmitteilung.
- Österreich
- Standard beim Immobilienkauf. Der Treuhänder gibt den Kaufpreis erst frei, wenn Lastenfreiheit und Eintragungsfähigkeit gesichert sind; die Abwicklung ist über die Kammer versichert.
Beispielformulierung aus der Praxis
Der Käufer erlegt den Kaufpreis auf das Treuhandkonto des Vertragsverfassers. Die Auszahlung erfolgt nach Einverleibung des Eigentumsrechts und Löschung der in C-LNr. 3 eingetragenen Pfandrechte.
Vorbildlich, weil die Auszahlungsbedingungen konkret benannt sind. Vage Formulierungen wie „nach Abwicklung“ solltest du nachschärfen lassen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Treuhandabwicklung?
In Österreich üblicherweise rund 0,5 bis 1 Prozent des Kaufpreises zuzüglich Registrierungs- und Versicherungsgebühr des Treuhandbuchs.
Ist mein Geld auf dem Treuhandkonto sicher?
Ja. Es zählt nicht zum Vermögen des Treuhänders und ist im Insolvenzfall aussonderungsfähig; in Österreich kommt die Kammerversicherung hinzu.
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Quellen & Rechtsgrundlagen
- DE§ 57 BeurkG – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
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Wer diesen Beitrag verantwortet
DI (FH) Shahab Daban, MSc
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