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Freelancer · 8 Min.

Dienstleistungsvertrag prüfen: Haftung, Nutzungsrechte und Scheinselbständigkeit

Kurz erklärt

Freelancer- und Agenturverträge sind fast immer vom Auftraggeber vorformuliert und entsprechend einseitig. Diese acht Punkte entscheiden darüber, ob du am Ende bezahlt wirst und wem die Ergebnisse gehören.

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Gilt für
DEAT
Deutschland & Österreich
Porträt von DI (FH) Shahab Daban, MScVon DI (FH) Shahab Daban, MScRedaktionell geprüft von CheckVertrag Redaktion
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1. Dienstvertrag oder Werkvertrag?

Beim Dienstvertrag schuldest du das Tätigwerden, beim Werkvertrag den Erfolg samt Abnahme und Gewährleistung (§§ 611, 631 BGB / §§ 1151 ff. ABGB). Die Einordnung entscheidet über Haftung, Fälligkeit und Nachbesserungspflichten.

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2. Leistungsbeschreibung und Scope Creep

Vage Formulierungen wie „alle erforderlichen Leistungen“ sind der häufigste Grund für unbezahlte Mehrarbeit. Definiere Leistungen, Ausschlüsse, Anzahl der Korrekturschleifen und den Prozess für Change Requests.

  • Was ist ausdrücklich NICHT Teil des Auftrags?
  • Wie viele Feedbackrunden sind inkludiert?
  • Wie werden Zusatzleistungen abgerechnet?
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3. Haftungsklauseln

Ein vollständiger Haftungsausschluss ist unwirksam, weil er Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit und Personenschäden mit erfasst (§§ 307, 309 Nr. 7 BGB). Umgekehrt sind unbegrenzte Haftungszusagen für dich existenzgefährdend. Üblich ist eine Begrenzung auf die Auftragssumme.

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4. Nutzungsrechte am Ergebnis

Ohne ausdrückliche Regelung überträgst du nur die Rechte, die für den Vertragszweck nötig sind (Zweckübertragungsgrundsatz, § 31 Abs. 5 UrhG). Klauseln mit „ausschließlich, weltweit, zeitlich unbegrenzt, für alle Nutzungsarten“ sollten separat vergütet sein.

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5. Zahlungsziele und Verzug

Zahlungsziele über 60 Tage sind gegenüber Unternehmen nur ausnahmsweise zulässig (§ 271a BGB). Vereinbare Anzahlungen oder Meilensteinzahlungen und einen Verzugszins. Ohne Verbraucherbeteiligung sind das in Deutschland 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 2 BGB) plus 40 Euro Pauschale (§ 288 Abs. 5 BGB), in Österreich 9,2 Prozentpunkte (§ 456 UGB).

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6. Scheinselbständigkeit vermeiden

Weisungsgebundenheit, feste Arbeitszeiten, Eingliederung ins Team und nur ein einziger Auftraggeber sind Indizien für Scheinselbständigkeit, mit Nachzahlungsrisiko für Sozialabgaben. Vertragsklauseln, die dich faktisch wie einen Angestellten behandeln, sind ein Warnsignal.

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7. Vertragsstrafen und Wettbewerbsverbote

Pauschale Vertragsstrafen ohne Verschuldensbezug oder Höchstgrenze sind in AGB regelmäßig unwirksam. Nachvertragliche Wettbewerbsverbote ohne Entschädigung schränken deine Existenzgrundlage ein und sind angreifbar.

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8. Laufzeit und Kündigung

Automatische Verlängerung um jeweils 12 Monate mit 3-Monats-Frist ist gegenüber Verbrauchern nicht mehr zulässig (§ 309 Nr. 9 BGB n. F.). Auch im B2B-Bereich solltest du auf eine ordentliche Kündigungsmöglichkeit bestehen.

Die Punkte aus diesem Ratgeber prüft die KI-Vertragsprüfung direkt in deinem Vertrag, mit Zitat und Paragraf.

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FAQ

Häufige Fragen

Muss ich unbegrenzt haften, wenn es im Vertrag so steht?

DEAT

Steht die Klausel in AGB, ist sie oft unwirksam. Individuell ausgehandelt kann sie wirksam sein. Verhandle daher eine Begrenzung auf die Auftragssumme oder die Deckungssumme deiner Betriebshaftpflicht.

Wem gehören die Ergebnisse, wenn nichts geregelt ist?

DEAT

Das Urheberrecht bleibt bei dir; der Auftraggeber erhält nur die für den vereinbarten Zweck nötigen Nutzungsrechte. Für eine umfassende Rechteübertragung braucht es eine klare Klausel.

Wie schnell prüft CheckVertrag einen Freelancer-Vertrag?

DEAT

Die KI-Analyse dauert rund 30 Sekunden und markiert Haftung, Nutzungsrechte, Zahlungsziele und Kündigungsfristen mit Risikobewertung.

Quellen & Rechtsgrundlagen

  • AT§ 1151 ABGB – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Österreich
  • AT§ 456 UGB – Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Österreich
  • DE§ 271a BGB – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
  • DE§ 288 BGB – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
  • DE§ 31 UrhG – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
  • DE§ 611 BGB – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)

Stand der zitierten Fassungen: jeweils aktuelle konsolidierte Version der amtlichen Fundstelle. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Wer diesen Beitrag verantwortet

Porträt von DI (FH) Shahab Daban, MSc

DI (FH) Shahab Daban, MSc

Gründer & Geschäftsführer, verantwortlich für die Inhalte

Shahab Daban verantwortet die Inhalte von CheckVertrag namentlich. Grundlage jeder Erklärung sind die zitierten Gesetzestexte aus Deutschland und Österreich sowie die Auswertung der über die Plattform geprüften Verträge. Die Inhalte sind eine Vorprüfung und allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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Jede Definition wird redaktionell gegen die genannten Primärquellen (Gesetzestexte in DE, AT und CH) abgeglichen. Inhalte sind allgemeine Information und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Veröffentlicht am . Zuletzt aktualisiert am . Methodik und eingesetzte KI-Modelle: KI-Transparenz.